Tiefgeschoss

Ein Eiskalter Schauer überquert meinen Rücken, wenn ich Zeilen von mir lese, als das einzige, was sich noch bewegte, der Stift und die Hand war, die Ihn führte, um nicht völlig zu erstarren.
Es gibt so viele Ziele, die erreicht werden wollen, die Angst vor meinen Symptomen vernebelt alles, doch wir alle haben Zweifel und ein Feuer, dass in uns brennt, ein fackelndes Licht, dass die Dunkelheit erhellt.
Glaub an Dich und das Leben, schau hin, vertraue Deinem Körper, hab Dich lieb und achte auf Dich, bestenfalls bevor Du nur noch bebst.

Ich sehe den Kampf, ich sehe die Niederlagen, ich sehe, wie ich Tage und Nächte in meinem eigenen Schweiss lag, wie ich mit dem Atem ring, wie ich zitterte und bebte, wie ich mich fast verlor, mich kaum noch spürte, wie es war, den Boden nicht mehr zu fühlen, hilflos in der Luft ohne Halt, schwebend über dem mächtigen Sumpf, der drohte mich zu verschlingen.
Ich sehe, wie ich endlose schmerzen immer wieder ertrug, Ohnmacht, Starre, Übelkeit, die Hitze die ich empfand, diese Explosionen, die bis zur Haut und zurückführten, doch nie darüber hinaus.
Dieser eiskalte Pfahl, der immer wieder zwischen meine Brust schoss, das liegen wie lebendig im Grab, diese Klingen die sanft über jede meiner Zellen glitt, das ganze Fleisch, dass sich anfühlte, als wäre eine aufgeschürfte Wunde mit Chilliöl und Zitronenpaste balsamiert…

Du müsstest mich fühlen können um zu wissen, was mich beschäftigt.

Ich vermisse das Leben, das unbeschwerte Sein, der Hauch einer zärtlichen Berührung, das Festhalten im Sturm.
Diese vertraute Geborgenheit im zweisamen Sein. Unbeschwert tanzen unter Menschen die ich mag. Lebendig geniessen, erleben im Sein.

So sitz ich da mit einer Gelassenheit und einem inneren Schrei nach Leben, währenddem es sich anfühlt, als würde ich Saw lebendig erleben.

Während Tage vorrübergehen steht die Nacht in Flammen. Ich erinnere mich nicht an den Moment, als ich anfing mich zu verlieren, hab das Gefühl den Weg zurück nicht mehr zu finden.
Es ist als würde ich seit Tagen einen Felsen auf meiner Schulter tragen der mit Bohrstangen in meinen Schultern befestigt ist. Der Weg führt durch brennende Glut während ein Hammer auf meinen Atem prallt.
Dieses immer wieder aufstehen erschöpft mich, diese ständigen Versuche quälen mich, ich weiss nicht wie es ist, sich einfach wohl zu fühlen, das muss unglaublich schön sein.

Ich erinnere mich wovor ich weggelaufen bin. Es war die Angst die mich erstickte, als ich anfing zu empfinden.

Ich hätte gegen meine Gefühle ankämpfen müssen, nun starre ich hinaus und versuche dankbar für die Momente zu sein, obwohl ich wieder lernte, dass es besser ist, die Dinge die ich sagen will für mich zu behalten und zu lächeln während es sich anfühlt, als würde ich wie ein Lasso durch die Lüfte gepeitscht und wie ein Spiegel in Stücke zerschmettert.

Es brennt ein Feuer, doch es wirft kein Licht. Eingesperrt im Nirgendwo suche ich Verständniss und finde nur Ungewissheit, Distanz und Ignoranz.

Ich geniesse die Wärme der letzten Sonnenstrahlen, der kühle Wind, der über meine Haut gleitet. Ein Hauch von Zuversicht macht sich in meinem erschöpften Körper breit, dankend dafür, dass er ein paar aufgewühlte Schmerzen in Tränen und dem verzweifelten Sein auflösen konnte.

Je drastischer ich mich verlor, umso stärker erkannte ich Eigenschaften in mir, die ich nie sah und fing an Sie zu vermissen.

Dämonen in mir spielen verrückt, bin gerade nur ein Schatten meiner Selbst. Alles was ich weiss, hängt an Antworten fest, die ich nicht finde. Gebrochenes Lächeln, schmerzende Glieder, ein sehnsüchtiges Herz.
Mit müden Augen sehe ich zu, wie aufgebautes Vertrauen in meinem Körper zerfällt.

Eingehüllt in einer dicken Mauer, die mich mit Stahlspitzen erdrückt, rassierscharfe Klingen, die über jede meiner Venen gleitet, so fühlt es sich an, die „Blockade“ in mir.

Wie ein verlorener Tag, der Abschied eines geliebten Menschen, als ob der Mann der mich noch nicht mal berührte, bereits mein Herz zerriss.
Weine, es geht nicht.
Schreie, ich kann nicht.
Es brennt auf der Brust, kalte funken strömen durch die Adern, ringe mit dem Atem während jedes meiner Glieder bricht. Hilflos im tobenden Meer, versuche ich mich zu halten. Die Seele schreit, weiss ihr nicht zu helfen, lass es einfach geschehen, bis Blitz und Donner vorüberziehen.

Ich habe das Gefühl zu ersticken, die Hitze steigt, mir wird richtig Übel, aus meinen eiskalten Händen rinnt der Schweiss. Ich könnte weinen, schreien, davonrennen, doch ich halte lächelnd aus und mache weiter.

Versuche verzweifelt an mich zu Glauben, während meine Kraft schwindet.

Man kann es nicht sehen, man kann es nicht begreifen.
Ich kann es nur mit eigenen Worten beschreiben.
Sie sind schwer zu finden, wenn du nicht weisst, von was ich spreche.

Verzweifelt lieg ich da, atemraubende Empfindungen haften an mir fest. Kann kaum noch essen, jeder Schritt fühlt sich übelerregend zerbrechlich an. Der Puls auf 150 und alles zittert beharrlich fest. Hitzewallungen überrennen mich mit nachklingendem Frost, als würden Messerscharfe Klingen meine Haut Schicht für Schicht entfernen, ich halt mich fest, keiner soll mich so sehen, ich will nur weg.

Wie wunderschön hier alles ist, bitte lass es mich geniessen.

Gefangen in einer schweren Rüstung, sie haftet an mir, als wäre Sie meine zweite Haut.

Einsamme Stille, schmerzende leere, wo bleibt die Freude, an all den schönen Dingen, die ich habe?
Verzweiflung, Wut und Traurigkeit, ich halt`s kaum in meinem Körper aus, kein einziger Sonnenstrahl genügt, um mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und schon wieder frage ich mich wieder und wieder, warum mein Körper ständig Streikt.

Da ist etwas in mir, das unter der Oberfläche an mir zerrt.

Dieser Mangel an Selbstvertrauen fürchte ich, wird niemals ganz verschwinden.

Mein Körper schreit. Herzstechen, Schwindel, Übelkeit, tausende von Ameisen sind aufgebrochen um in meiner Form einen Kampf zu führen. Alles kribbelt und bebt, gewaltige Kräfte prallen unter meiner Haut zusammen und es scheint gerade so, als wäre ich diesen Empfindungen machtlos ausgeliefert.

Mein Körper streikt. Ich habe das Gefühl, ich habe versagt, konnte meine Körperreaktionen nicht mehr bewältigen und fühle mich einfach hässlich. Ziel nicht erreicht, obwohl es so greifbar Nahe war.

Wie auf einem Hochseil aus Ballonen geknüpft, fühlt sich jeder Schritt an, der Druck überrennt mich. Ohnmachtsgefühl unerträglich. Bin Anwesend, die Wahrnehmung schwindet.

Underwater Running 

Diese Stimme, Sie ertönt mit voller Wucht ins Mikrofon, die Worte sitzen tief, meine Brust, sie brennt.

Ich will frei sein, mich bewegen, alles in mir erstarrt. Fühle mich gefangen in mir.

Dieser Sound, er sprengt meine Adern, wie ein Vulkan rinnt er durch jede meiner Blockade, voller Kraft strömt er durch mich hindurch. Power, die ich fühle, ich weiss sie ist da, ich werde Sie wieder finden.

Es brennt unter meiner Brust, es schnürt mir den Hals zu, ein bitterer Schmerz durchstreift meinen ganzen Körper.
Es ist, als würde jede Ader einzeln explodieren.

Mir war nie bewusst, wie sehr ich empfinde, bis es mir mein Körper zeigte.

Mit überdosierten Empfindungen spiele ich eine perfekte Rolle, während alles zerbricht.
Schatten der Symptome versuche ich zu unterdrücken, stosse alles von mir weg.  

Ein kalter Schauer fliesst durch meine Zellen, Explosionen im Kopf, Erstickungsgefühl, gefrorene Augen, Adern aus Blei, genagelte Brust, brennender Hals, glühendes Rückenmark, schwebende Beine und keine Ahnung, wie ich das aushalten soll.

In meinen Kämpfen, meinen Zweifeln, dem aufgewühlten Durcheinander, habe ich Angst davor, mein wahres Gesicht zu zeigen. In den stürmen könnte ich vermieden werden, in der Stille könnte ich vergessen gehen.

Um das zu verstehen, musst Du es empfinden.